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| vorgeschichte... die vorgeschichte zu erläutern würde an dieser stelle sicher den rahmen sprengen, jedoch war ich sehr positiv überrascht, daß nach langwierigen vorbereitungen dann doch im februar mein erstes booking in rumänien auf dem kalender stand, zumal ein bereits für juli 2000 vereinbartes booking kurz vor der veranstaltung geplatzt ist. reise teil 1... nach einer amüsanten nacht im delta mit roberto ingram und trickster fiel das aufstehen am samstagmorgen um 6 uhr relativ schwer - kein wunder nach nur zwei stunden schlaf - , jedoch hat man wohl nicht viele alternativen, wenn es nur einen flug täglich von münchen nach sibiu (zwar noch immer ca. 250 km von cluj entfernt, jeodch näher als das ca. 700 km entfernte bukarest) gibt, dessen abflugzeit um 9 uhr wohl doch eher den gewohnheiten von geschäftsleuten nachzukommen versucht. wie auch immer, flieger erreicht, und kaum ist man wieder kurz vorm einschlafen, beginnt der pilot auch schon mit dem suchen der landebahn. reise teil 2... in sibiu angekommen waren wir dann doch etwas überrascht, als auf uns ein nagelneuer vw-passat vr6 (!!!) am flughafen (oder besser flugplatz, aber immerhin mit kennzeichnung "sibiu international") wartete. schon wieder sollte eines der doch existenten vorurteile widerlegt werden, nebenbei bemerkt sollte das nicht das letzte sein. beim anblick des autos verspürt man doch ein gewisses gefühl von sicherheit, das man bei reiseantritt mit einer propellermaschine einer bis dato noch unbekannten airline nicht automatisch erwarten kann. hier gleich die widerlegung des zweiten vorurteils: auf einen sehr angenehmen flug folgte eine etwas weniger angenehme autofahrt, was aber wohl auch am fahrstil des fahrers lag, der die ca. 250 km von sibiu nach cluj in einer rekordzeit von 3 stunden bewältigte, was angesichts eines fast 200 ps starken autos relativ plausibel erscheint, bezogen auf die straßenverhältnisse und strassenführung rumänischer straßen aber eher als wunder zu bezeichnen ist. den schilderungen meiner mitgereisten freundin zufolge flogen wir an diesem tag nicht nur mit tarom, sondern auch zweimal über die entsprechenden landstraßen, wenngleich auch eine etwas kürzere distanz. zum glück gewann bei mir die müdigkeit oberhand... kultur ohne jegliche vorwarnung war in cluj dann zunächst ein besuch beim dort ansässigen partners des deutschen goetheinstituts zu absolvieren. ein wenig auf verlorenem posten ließ ich mir erklären, daß sich das goetheinstitut durchaus auch mit der verbreitung von jugendkultur beschäftigt, und rock- und popkonzerte als adäquates mittel zur verständigung zwischen den kulturen angesehen wird. schon mal was von dieser repetetiven elektronischen musik gehört? da soll es auch ohne öffentliche unterstützung erstaunliche weltweite kontakte geben, bei denen die nationalzugehörigkeit keinerlei bedeutung hat. wie auch immer, interessant war es schon. der club teil 1... wesentlich interessanter war dann zu diesem zeitpunkt die besichtigung des clubs, in dem die erste ausgabe des "dj`s gathering" am abend stattfinden sollte, und da wurde gleich das nächste vorurteil beseitigt. der veranstalter dort wußte offensichtlich sehr genau, welche voraussetzungen für eine exzessive feierei zu treffen sind. um es mal kurz zu machen - ich habe schon clubs in deutschland erlebt, die noch lichtjahre entfernt sind von dem, was in cluj organisatorisch auf die beine gestellt wurde. der club teil 2... nach einem etwas verspäteten mittagsschlaf bis etwa 23 uhr kamen wir gegen 24 uhr in den bereits zu diesem zeitpunkt zum bersten gefüllten club. und gleich das nächste widerlegte vorurteil - sound der extraklasse! dj horace dan d. (siehe bilder links) brachte die bereits auf betriebstemperatur warmgelaufene crowd zum schreien. eine sehr positive überraschung war sicher auch die tatsache, daß auch schon vor meinem eigenen set eine toneman (tman 01, basic implant - "structured forms") zu hören war. welche wogen das erste "dj`s gathering" in ganz rumänien warf, war mir dann erst bewußt, als ich gebeten wurde ein kurzes fernsehinterview zu geben. viel interessanter jedoch fand ich die feststellung, daß die ca. 800 anwesenden partypeople (clubkapazität meiner schätzung nach max. 600 gäste) nicht nur aus ganz rumänien angereist waren, sondern teilweise auch aus ungarn. die aber wirklich allerwichtigste erkenntnis der ersten stunden auf der party: eine unglaublich warmherzige aufnahme von seiten der leute vor ort! gastfreundschaft hat hier offensichtlich wirklich noch eine bedeutung. party teil 1... nach sehr gutem sound zu beginn hatte dann ein dj vor mir noch sein set zu bestreiten, der nach meinem ermessen eher der "clubrotation"-fraktion zuzuordnen war, was an sich ja geschmackssache ist, jedoch kann einem das ständige gelaber über die tollen platten, die man spielt, und daß acts wie brooklyn bounce und co. ja die eigentlichen helden der technoszene seien, ziemlich auf die nerven gehen. wie ich im nachhinein erfuhr, forderte hier wohl der sohn des diskothekenbesitzers (übrigens auch der chauffeur...) sein recht auf techno nach seiner definition. party teil 2... um ca. 2.30 war dann jedoch die zeit gekommen, dieser soundtechnischen verirrung (zumindest im kontext einer technoparty) ein ende zu bereiten. zugegebenermaßen war während meiner ersten drei bis vier platten trotz ausgiebigem bewegungsdrang eine gewisse zurückhaltung zu spüren, was wohl auch am vorgänger-set gelegen haben muß, aber spätestens nach 30 minuten konnte man den club wirklich als brodelnden hexenkessel bezeichnen. meine anfängliche befürchtung, daß mein sound eventuell etwas zu undergroundig für eine relativ frische crowd sein könnte, zerstreuten sich angesichts der regelmäßig auftretenden begeisterungstürme sehr schnell, und zahlreiche musikbegeisterte anwesende ließen an ihren reaktionen erkennen, daß es sich wohl um die richtige musik zur richtigen zeit gehandelt haben muß. passiert auch nicht jeden tag... glück gehört eben auch dazu. das nächste widerlegte vorurteil: eine dermaßene begeisterungsfähigkeit für neues und unbekanntes hätte ich mir nicht träumen lassen. natürlich genießt man als gast-dj, noch dazu aus dem ausland, in gewisser weise einen exotenbonus, der einen im nachhinein die eindrücke etwas relativieren läßt, aber auch gemessen am feedback einiger partybesucher hat sich herausgestellt, daß techno eben techno ist, und als solches auch von den leuten vor ort, die ja eben wegen techno solche events besuchen, auch verstanden wird. wie ich später erfahren habe fand der sohn des clubbesitzers im gegensatz zu den üblichen anwesenden offensichtlich etwas weniger gefallen am gebotenen sound, aber während meines gesamten, wenn auch kurzen aufenthalts wurde mir bewußt, daß es sich da um einen menschen handelt, der glaubt für geld alles kaufen zu können - auch musik. eine frage des stils eben, entweder man hat ihn, oder man hat ihn nicht. wie auch immer, viel wichtiger war mit die tatsache daß eben die gäste, die wegen der musik kamen, und nicht um mit einem dicken bündel geld in der hose möglichst viele frauen abzuschleppen, ihren spaß hatten, und das war eindeutig! rückreise frauen hat unser kandidat dann aber offensichtlich doch, und gleich nebenbei wohl auch ein paar nasen gezogen, denn am sonntag nachmittag war er dann nicht mehr im stande, mich wieder zum flughafen in sibiu zu fahren. vielleicht auch besser so... wie auch immer, hauptsache er hatte seinen spaß. den hatten wir bei der rückfahrt auch, nur ein wenig anders. als wir um 16.10, 15 minuten vor der geplanten abflugzeit in sibiu, ein verkehrsschild "sibiu 9km" sahen, stellten wir uns schon mal darauf ein, ein verlängertes wochenende in sibiu zu verbringen. der nächste flug nach münchen sollte erst am dienstag stattfinden... eine glückliche fügung jedoch sorgte dafür, daß die aus bukarest kommende maschine eine halbe stunde verspätet ankam, und wir so gerade noch rechtzeitg vermeiden konnten, von der passagierliste gestrichen zu werden. noch nie in meinem leben war ich so froh, in einem flugzeug zu sitzen... |
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