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vorgeschichte...

der juni ist ja immer so ein monat... unheimlich viele geburtstage (zumindest in meinem umfeld), der sommer startet durch, alle wollen nur noch grillen und baden - es gibt also bessere voraussetzungen, eine indoor-party zu veranstalten. wenn dann aber der eigene geburtstag auch in diesem monat liegt, und man sich im zehnten jahr des plattenauflegens befindet, dann geht man schon einmal kompromisse ein, v.a. wenn noch ein weiterer geburtstag zu feiern ist. und so kam also der 08.06.2002 immer näher...

line up

wie sicher bei vielen dj´s auch stellte sich auch für mich die frage, was man anläßlich des 10jährigen "bühnenjubiläums" den gästen des festes denn so alles zumuten könnte. also stellt sich ein paar wochen vor dem event die philosophische frage "past or present?". da ich immer gerne dazu tendiere dem präsens den vorrang zu geben, der ein oder andere "titelwünscher" während meiner sets kennt da ja meinen spruch "ne, das ist schon zu alt, habe ich nich mehr dabei, sorry...", und so war ich auch schon fast drauf und dran diesem drang nachzugeben, aber der fairness halber entschloß ich mich dazu, die entscheidung im rahmen eines generellen votings fallen zu lassen. gesagt, getan. zwar votete nicht wirklich jeder besucher unserer site (dabei schreien immer alle nach mehr interaktivität, aber schon eine seitenebene zu viel, und es ist dahin mit der "klick-logik"...), aber die eingegangenen votes sprachen eine eindeutige sprache: CLASSICS, mr. bau! also wußte ich, was zu tun war. die phase der vorauswahl ist dabei immer die grausamste: soll man wirklich die extremen klassiker der technogeschichte bringen, oder versucht man den spagat zwischen den echten "hidden champions"der letzten 10 jahre und dem aktuellen style-diktat. ich entschied mich dann für zweiteres, alleine aus der tatsache daß ich nicht wirklich damit rechnete, daß alle eventbesucher schon damals bei der veröffentlichung von tracks wie "age of love", cappella`s "you got to know", cubic 22`s "night in motion", velocity`s "lust", ramirez` "la musica tremenda" oder auch vainquer`s "lyot" und den damaligen r&s-releases schreiend auf dem dancefloor standen. trotzdem war ich schnell bei der ersten "vorausscheidung" zum "grand prix de la historie de musique electronique" bei einer stolzen zahl von ca. 100 tracks, die zwar im rahmen eines dj-sets schon spielbar sind, nie aber auf einer einzigen cd unterbringbar erscheinen, zumal in damaligen zeiten die tracks selbst schon so stark waren, daß man sie fast zwanghaft komplett laufen lassen sollte. schließlich wurde aus dem vorhaben eine doppel-cd mit insgesamt 48 mehr oder weniger komplett aufgenommenen tracks, die dann auch beim publikum einen ganz gutes echo hervorgerufen hat. fazit: die cases waren voll beladen mit technogeschichte, und die spannung auf die resonanz der teilweise doch deutlich jüngeren publikums war riesengroß!

party teil 1

also rückten wir an, der justin und ich, nachdem ich dann dank einiger unklarheiten, die durch das cocoon-office verursacht wurden, ihn sogar zur richtigen zeit am münchner flughafen in empfang nehmen konnte. so um kurz nach sieben waren dann auch die letzten benötigten live-geräte für justin im club, was wiederum bedeutet daß ich wohl kaum pünktlich um 19 uhr am grill stehen konnte, so wie es mit ein paar freunden vereinbart war. es wurde 20 uhr, bis ich nach eingehender körperpflege wieder vor dem club am start war, die freude über die geschenke und die geburtstagstorte waren aber dadurch nicht getrübt. schwups war es schon 22 uhr, und die stunde der warheit schlug - die ersten gäste betraten den club, und zunächst bestätigte sich meine befürchtung, daß wohl kaum einer vom musikalischen background her beurteilen konnte, ob die gerade laufende maurizio jetzt aus 1995 oder 2002 stammt. so weit, so gut. während der zweite floor noch geschlossen war, füllte sich trotz des guten wetters am tag der club recht zügig, lediglich die tanzfläche war noch etwas verwaist, was aber vor 24 uhr wohl in jedem club als normal einzustufen ist. dennoch packt einen dann natürlich der ehrgeiz, v.a. aber der drang bei dieser gelegenheit mal ein paar echte klassiker auf die teller zu werfen, die sonst eher im regal stehen als im plattencase. bei underworld`s "dark & long" - ein echter alltime-classic, und die beste underworld ever - entdeckte ich dann nicht nur im freundeskreis die ersten "aaaahhhhhhhh" gesichter, und bei cygnus x "superstring" im anschluß kamen v.a. die echten "oldschool"-technoten auf ihre kosten. die party konnte beginnen, und es trancte, zwitscherte und groovte zu tracks wie eben "superstring", hmc´s "cum on", dave clarke`s "red 1" oder lfo`s "loop", daß sich die balken bogen. spätestens bei sven väth`s "dein schweiß" checkte wohl auch der letzte taube, daß heute abend nur echte klassiker am start waren, und so waren die arme brav in der höhe und die füße flogen durch die gegend. nur die weißen handschuhe und die gasmasken fehlten noch, und es wäre wieder gewesen wie vor 10 jahren...

party teil 2

justin`s live act ab 1 uhr war dann wie gewohnt mal wieder der absolute, elektronische wahnsinn. da steht er auf seiner bühne, dieser englische "lausbub", und presst allen anwesenden ein liveset in die ohrmuschel, daß sogar der ganz schwindelig wird... vom feinsten einfach. das liveset von justin hat mir dann auch ermöglicht, mich mal in der malerwerkstatt, dem weiteren floor an diesem abend, umzusehen, und dort begann gerade herr shamlou mit seinen darbietungen, die langsam aber sicher alle anwesenden sehr angesprochen haben. auch hier muß es dann im weiteren verlaufe des abends zu unglaublichen szenen gekommen sein. wer nicht dabei war, der ist halt selbst schuld. drüben, im silo 1, kam der justin dann auch langsam zu ende, die blase drückte wohl gewaltig, aber eine kleine zugabe ließ er sich dann doch noch entlocken, und so konnte ich noch bis 2.30 uhr dem treiben genüßlich zusehen. ausgepumpt wie dann alle waren, entstand zunächst eine lücke auf der tanzfläche, was ja auch nicht anders zu erwarten war, aber nicht wenig später gewann dann doch die nostalgie die überhand, und ein paar echte "schocker" wie z.b. hardfloor`s remix von "yeke yeke" hauten wohl einige aus ihren latschen, und schubte sie quer über die tanzfläche. leider sorgte jedoch dann mal wieder die bayerische sperrzeitregelung dafür, daß jeder erkennen mußte daß unsere liebe heimat nicht so frei ist, wie es der name "freistaat" vermuten lassen könnte, und so kam es wie es bei einem solchen abend kommen mußte, und die "adventures of dama" sorgten für einen stimmungsvollen ausklang dieses abends. eines meiner persönlichen highlights war jedoch ein gast, der nach der letzten platte noch immer in erinnerungen an alte zeiten schwelgte, angesichts seiner vielleicht 20 jahre schon etwas verwunderlich, aber es stellte sich schnell heraus, daß es sich da um einen ehemaligen "überflieger"-stammhörer handelte, der wohl jede sendung damals aufgenommen haben muß. hat die radioarbeit damals also doch etwas gebracht...