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| jugoslawien jugoslawien ist wohl der beste beweis dafür, wie kulturübergreifend musik wirklich ist. ein land, das vor kurzem noch von krieg und zerstörung geprägt war, und international einen sehr kritischen stand hatte, wird heute nicht mehr von nato-bombern angeflogen, sondern von linienflügen, die zum teil nicht minderschweren balast mit sich führen: rundes, schwarzes, lautes und explosionsverursachendes vinyl. mein erster gig in jugoslawien war eher ein abenteuer, und da mein aufenthalt damals nur etwa 7 stunden betrug hatte das nun anstehende booking ein anderen stellenwert für mich. jugoslawien, oder genauer gesagt serbien mal bei tageslicht. auch nicht schlecht. vorfeld mal wieder in sattledt bei linz sollte ich am 26.07., also dem freitag vorher, in der nova tätig werden. dortiger veranstalter hat es aber dann letztendlich mal wieder geschafft ein booking zu bestätigen, das nicht stattfand, also hielt ich es für schlau dann gleich in münchen bei einem freund zu nächtigen, um mir eine halbe stunde autofahrt zum flughafen um ca. 8 uhr morgens zu ersparen. eigentlich ist die reise nach belgrad kein streß, da die lufthansa täglich um 20:45 uhr einen extrem dj-tauglichen hinflug ab münchen startet, aber auf verständlichen wunsch des veranstalters sollte ich schon um 10:50 fliegen, was mal wieder weniger schlaf bedeutete. aber ist das eigentlich was neues? beim einchecken kam es dann wie es ja schon lange mal hat kommen müssen: "tja herr bau, sie haben da leider etwas viel gepäck dabei, da werde ich ihnen wohl ein paar kilo übergepäck berechnen müssen." - "ja schon, aber ich kann nicht mehr umpacken, und das war bisher nie ein problem!" - "da kann ich aber bei diesem flug leider keine ausnahme machen, sie kennen doch die freigrenze, leider keine ausnahme möglich, tut mir leid" - "(denk) ja, du mich auch, blödes miststück!". 30 euros leichter und etwa eine stunde später entschädigte dann sonnenschein und angenehme ruhe und somit eine weitere stunde schlaf für die herzliche begrüßung am münchner flughafen. es gibt schlimmeres... belgrad da war ich dann also in belgrad, diesmal dauerte die ausfertigung des visums und die gepäckkontrolle nur rekordverdächtige 30 minuten, und saß ich dann schon um 13 uhr in nebojsa`s auto (veranstalter), ein echt supernetter typ, der erst 20 jahre alt ist, aber schon richtig großkalibrige parties veranstaltet. das nenne ich eigeniniative. also ging es los, wilde überholmanöver vollziehend, vorbei an zahlreichen deutschen autos auf dem weg nach griechenland kamen wir nach smederevo, wo ich mich dann echt wegen der drückenden schwüle auf ein schönes kaltes getränk freute. ein wenig sightseeing gab es auch noch, und dann staunte ich nicht schlecht, als wir vorbei an schulklassen zu einer festung aus dem mittelalter fuhren, von der mir dann berichtet wurde, daß sie der austragungsort des abendlichen showdowns sein sollte. bis dato ging ich von einem club aus, wenngleich auch ganz zu beginn des kontaktes schon mal die rede von einer burg war. aber das... also ganz ehrlich eine der coolsten locations, in denen ich je zu gange war. frauen also was jetzt hier folgt, soll keineswegs chauvinistisch oder machomäßig klingen, es ist einfach eine ganz objektive und ernstgemeinte feststellung: in jugoslawien wohnen ganz sicher viele der schönsten frauen der welt! von daher sollte diese tatsache auch einen eintrag ins tourbook wert sein. mal ganz ehrlich, ihr weiblichen leserinnen: wenn ihr lauter geile typen rumlaufen seht, dann schlabert ihr doch auch nur mit der zunge in der gegend herum, und wollt den ein oder anderen einfach nur bespringen. ganz so krass war es dann aufgrund eines sich ausbreitenden gefühls von müdigkeit bei mir nicht, aber wenn man solche aussichten genießt, dann verspürt man irgendwie ein inneres gefühl von zufriedenheit und zuversicht, daß man den heutigen tag zuhause nicht besser hätte verbringen können. ich hoffe ich kann irgendwann mal diese eindrücke musikalisch umsetzen, das müßte dann der hit des jahres werden. hotel jetzt wird`s geil, verlaßt euch drauf! müde wie ich war schleppte ich mein hab und gut in das einzige hotel in smederevo, und vereinbarte dann mit nebojsa einen termin zum abendessen so gegen 20 uhr. es wahr ca. 16 uhr, ok, der alex also rein ins hotel, in den aufzug (bei dem man sich problemlos die finger hätte abzwicken können, wenn man die türe nicht rechtzeitig los ließ), schlüssel rein, türe auf - scheiße! kein fernseher, das könnte langweilig werden so alleine bis 20 uhr. manch einer wirft jetzt vielleicht ein, ich hätte mir doch eine frau mitbringen sollen (siehe kapitel oben), aber hallo: wo sind wir denn! also das ganze ist ja schließlich kein thailandurlaub, und gutes aussehen heißt nicht automatisch flittchen und vollkommen ohne stil! also bitte die herren... ok, alex wieder raus aus dem zimmer zur rezeption. "do you have a room with tv?" - "no, we don`t, sorry." - "but is there any tv in this hotel (with 200 rooms)?" - "yes, we have appartments with tv!" - "yes, this was what I was asking for..." - "no, you asked for a room." - "!%§&%?%"&!???????" - "but the appartment is more expensive, and your are only paid for a single room." - "ok, how much (ich dachte jetzt dann so etwa 50 euro aufschlag oder so...)" - "its 500 dinars more" - "(oh, wow, gleich 8 euro teurer) I think this is ok, I`ll take it if it is free!" - "yes, here`s the key." - "thanks!". ok, also alex wieder rauf in den vierten stock, case und tasche (ca. 50 kilo) unter den arm, runter in den zweiten stock. schlüssel rein, türe auf - hey, cool, eine zwei-zimmer-wohnung mit tv, geil! oh, bett nicht gemacht (möchte nicht wissen, was auf dem zerwühlten laken und unter der zerknautschten decke alles zu finden war...). ok, alex wieder raus, gepäck unterm arm, rezeption: "excuse me, but there is a problem with the bed..." - "really?" - "yes, it´s occupied!" - "impossible!" - "you can trust me... it`s occupied!" - "oh, sorry, here is the key for the other appartment." - "thanx very much!". ok, alex wieder rauf in den zweiten stock, schlüssel rein, case und tasche fallengelassen, alles sauber, geiles appartment, und... ein tv! alex geht zum tv, will einschalten, aber kein knopf zum einschalten und auch keine fernbedienung. scheiße, alles umsonst, was jetzt? ah, der netzstecker ist draußen. also, plug and play deluxe, die kiste läuft. kanal 1: jugoslawisch, kanal 2: jugoslawisch, kanal 3: jugoslawisch, kanal 4 - 16: flimmern und rauschen. das hat`s ja jetzt echt gebracht. ok, was jetzt? egal, mal die stadt checken. der kleine spaziergang wurde dann durch den ersten regenschauer unterbrochen, und so war ich dann gegen 17.30 uhr wieder im hotel, jetzt auch echt müde, durchnäßt, und legte mich ins bett. punkt 18 uhr: jugoslawische hochzeit im restaurant ein stockwerk tiefer... aber: alles cool, irgendwie war ich zu müde um mich aufzuregen, und irgendwie war aber alles doch somehow zum wohlfühlen, echt strange. tssssssssssss... party teil 1 gestärkt durch ein nettes abendessen wurde ich dann so um 23:30 abgeholt, und wir machten uns auf den weg zur location. schon auf dem weg dorthin kamen zahlreiche feierlustige menschen aus allen richtungen zur festung, und schon vor der burg war trotz ca. 5 meter dicker mauern das wummern der anlage zu vernehmen. milos, der dj im vorprogramm legte ein wahnsinnig geiles set hin, treibend und perfekt gemixt. man dachte er spielt auf drei decks, obwohl nur zwei plattenspieler da waren. respekt, der hatte es echt drauf. anscheinend kommt da in absehbarer zeit auch produktionstechnisch etwas von ihm auf einem label aus dem dunstkreis von umek oder kanzyani. hut ab! sehr cool das publikum, eine crowd die einem zeigt warum ein booking im ausland zum teil so viel mehr spaß macht als zuhause. der typische jugoslawische partygänger betritt die location, schaut einmal links und rechts nach bekannten, und geht sofort richtung tanzfläche, wo er, außer beim getränkefassen, auch bis um 6 oder 7 uhr bleibt. da merkt man wieder einmal, welche energie technomusik freisetzen kann. es war unglaublich. auch nebojsa, der nach mir zugange war hat wohl schon des öfteren platten aufgelegt, er hat die party dann um 7 uhr zu einem sehr stimmungsvollen ende gebracht, und sogar die anwesenden ordnungskräfte in kampfanzügen haben wohl erkannt, das eine halbe stunde länger als genehmigt wohl keinem weh tut. die aufegehende sonne über der burgmauer und der superspacige sound dazu waren schon ein erlebnis, wie man es wirklich nicht in worte fassen kann. die kleinen regenschauer, die ohnehin niemanden wirklich vom abgehen fernhielten, waren vergessen, und alles was bleibt ist zu sagen: danke, nebojsa, du hast einen event der extraklasse auf die beine gestellt, und alle anwesenden danken es dir! party teil 2 neben der party selbst und dem job, den macht, und der angesichts solch feierwütiger partyheads auch richtig spaß macht, lernt man natürlich auch neue leute kennen. spätestens in diesem moment ist man dankbar für die möglichkeit, das als beruf zu tun, was einem am meisten liegt. eine crowd, bei der ein lächeln genügt, und du bekommst mehr zurück als du dir erhoffst - genau das ist es, was einen die wenigen stunden schlaf vergessen lässt, und dich zufriedener macht, als irgendwelche materiellen dinge. und wenn man glück hat, dann lernt man auch menschen kennen, die wirklich etwas besonderes sind, auch wenn man sie danach eventuell nie wieder trifft... a night to remember, in every respect! |
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