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| "wie vergraule ich mir erfolgreich
neukunden..." hier kommt eine geschichte, die allen dj`s und reisenden, die oft mit dem flugzeug unterwegs sind, anlaß zum nachdenken geben soll, ob ein flug mit der air france trotz eventueller preisunterschiede sinn macht. brasilien 2004 2004 war für mich das jahr, in dem ich zum ersten mal in brasilien meine platten zum besten gab, das mir tolle neue bekannte und freunde bescherte, und das ab nun fest auf meinem jährlichen tourkalender zu finden sein sollte. im juli war ich bereits für drei wochenenden dort, habe erfolgreich in sao paulo, arujabel, rio de janeiro, curitibia, goiania und campinas gespielt, und habe brasilien als ein sehr gastfreundliches, technobegeistertes land erlebt. ganz klar also, daß ich anläßlich der anlaufenden promo für mein erstes album "connected" noch einmal nach brasilien kommen wollte, um bei meinen anstehenden drei gigs in sao paulo und rio auf das in kürze releaste album aufmerksam zu machen. letztendlich standen also drei termine an zwei wochenenden fest, und die zeit dazwischen in rio wäre (ich sage bewußt wäre!!!) sicher eine tolle inspiration für neue tracks gewesen. wie gesagt, wäre. denn dann kam die air france - und es zogen dunkle wolken auf am horizont einer sonst vergleichsweise heilen dj-welt... boot fahren fällt aus bei der wahl des richtigen verkehrsmittels nach brasilien hat man als europäer keine nennenswerten alternativen zum flugzeug. lediglich die wahl der airline ist die frage, als frequent traveller bei der lufthansa genießt man zwar einige vorteile, aber warum nicht mal eine neue airline ausprobieren, wenn das ticket zusätzlich noch um 230 € billiger als bei der star alliance (sprich: lufthansa oder varig) ist. zwar gibt`s da keine meilen für mich, aber die veranstalter vor ort freuen sich auch über die geringeren kosten also lag der fall klar. die air france sollte es sein, und ich war ganz froh daß ich nur vier wochen vor abflug überhaupt noch einen freien platz in den fliegern richtung sommer bekommen habe. also noch schnell die november-gigs in töging, montreal und köln absolvieren, und dann ab in den sommer nach brasilien. was sind schallplatten? pünktlich 1,5 stunden vor abflug um 19.15 uhr erreichte das terminal 1, abflug d des münchner flughafens, um für den flug nach sao paulo über paris einzuchecken. ein paar nervige bullen, die sich darüber aufregten daß das auto zum ausladen mit der vorderen stoßstange in den luftraum des zebrastreifens hineinragte, konnte ich noch souverän abwimmeln, nicht mehr dann allerdings die mitarbeiter der air france, die ihr land von seiner freundlichsten seite zeigten ;-). auf die frage hin wie viele gepäckstücke ich einchecken wolle antwortete ich "eines bitte!", woraufhin ich etwas fragende blicke bezüglich meiner plattentasche erntete, die ich zusätzlich zum handgepäckstück mit in die kabine nehmen wollte. "oh, die platten, nein, sorry. die würde ich gerne mit in die kabine nehmen, weil ich mit ihnen morgen arbeiten muß, sie zerbrechlich sind, und ich befürchte sie könnten kaputt gehen. wäre nett, wenn das ausnahmsweise mal gehen würde...?" "nein, tut mir leid, das kann ich nicht machen. wir haben unsere vorschriften" (ab jetzt abgekürzt: whuv - ihr werdet sehen warum...). ok, scheiße, dachte ich. das könnte ein problem werden. warum habe ich nicht das case genommen, und nur eine tasche? der letzte brasilien besuch war mit der case-schlepperei recht mühsam, also wollte ich dieses mal schlauer sein. leider habe ich die rechnung ohne die air france gemacht. exkurs: das sogenannte "two-piece-concept" jeder von euch, der schon einmal über den atlantik geflogen ist, der wird festgestellt haben, daß man in diesem fall etwas mehr gepäck als z.b. bei einem innerdeutschen flug (da sind es in der economy class 20kg) mitnehmen darf. die airlines dieser welt haben dafür eine eigene regelung getroffen, die sich "two-piece-concept" nennt, und die besagt daß man ohne aufpreis 2 gepäckstücke zu je 32 kg ohne aufpreis mitnehmen darf. jede airline? nein, nicht jede airline, aber weiter im eigentlichen text... die air france und ihr spezielles two-piece-concept wo waren wir stehengeblieben? richtig: erneut versuchte ich die junge dame von air france beim check-in davon zu überzeugen, daß ich nicht ohne grund die platten mit in die kabine nehmen will: "schauen sie, es ist so: in der tasche befinden sich schallplatten, die brauche ich morgen zum arbeiten in sao paulo, und ich befürchte einfach daß die gefahr recht groß ist, daß die platten beschädigt werden könnten. das wäre der faux pas (man versucht sich ja auf seinen gesprächspartner einzustellen) in diesem fall, und daher wäre es sehr nett, wenn sie mal eine ausnahme machen könnten." antwort: "whuv". ok, dann eben anders: "nun gut, wenn ich sie schon einchecken muß, wären sie dann bitte so freundlich die platten als zerbrechlich zu kennzeichnen?" the lady in blue: "das geht nicht, wir haben keine solchen aufkleber" the man with the meanwhile red face: "ok, dann fällt einchecken aber aus. wenn sie mit meinem gepäck nicht adequat umgehen können, dann werden sie wohl etwas flexibler sein müssen!" and again: "whuv". ich erkannte daß der guten nicht bezukommen ist, also willigte ich ein die platten aufzugeben, doch damit war der spaß nicht vorbei: "sie haben übergepäck, das werden wir berechnen müssen." so, der alex wurde jetzt langsam etwas unruhig: "wie, ich habe übergepäck? das sind zusammen mit dem koffer klamotten und den platten 30kg, wieso habe ich übergepäck?" mrs. penibel: "weil sie nur 20kg lt. ihrem ticket frei haben, und das einfach 10kg mehr sind!" das war der erste lichtblick: ja, sie kann rechnen, d.h. sie kann ihr gehirn benutzen, und ja, sie wird sicher zu einer logischen lösung des problems im stande sein: "äh, moment - brasilien liegt doch eindeutig auf der anderen seite des atlantiks, oder? da gibt es doch so etwas wie das two-piece-concept, oder etwa nicht?" da hallte es mir entgegen "nein, sie haben 20kg frei, den rest müssen sie zahlen. whuv". ein automat hätte es nicht besser machen können. die air france und ihre übergepäckregelung ich suchte fieberhaft nach der klausel in den ticketbedingungen, wo stand, daß ich nur 20kg nach brasilien frei habe. wenn ich es vorher weiß, kein problem. aber so? ich kam mir langsam vor wie bei der versteckten kamera. das einzige aber, das mich mittlerweile argwöhnisch beobachtete war das sicherheitspersonal, daß mich langsam aber sicher ausrasten sah: "ok, whatever. dann geben sie mir den beleg, und ich hole meine bordkarte." die junge dame legte mir den zahlungsbeleg für die 10kg übergepäck vor die nase (jede andere airline außer klm läßt da kulanz walten, oder aber berechnet nur 5kg oder so), und der moment kam, als ich mich wirklich vollends verarscht fühlte: "entschuldigung - sie wollen 25 € pro kilo, 250 € gesamt? geht`s noch?" dreimal dürft ihr raten.. richtig: "whuv". ok, ich wurde zum zuständigen supervisor geschickt, der offensichtlich die entscheidungsgewalt in sachen kulanzregelungen hat. nachdem ich ihm die gesamte sachlage erklärt hatte, drückte er seinen finger auf die abkürzung "20k", die im unteren rechten drittel des flugscheins zu finden ist (so wie zig andere abkürzungen), und die offenbar ausdrückt, wieviel gepäck man gratis mitnehmen darf. ok, ich bin vielflieger, aber das ging zu weit. man kann von einem fluggast wohl kaum erwarten, daß ihm alle abkürzungen des tickets geläufig sind. ihr könnt mich gerne eines besseren belehren: was heißt cdg, owm9ja, dest, sc... ich erklärte dem guten, daß beim besten willen niemand vorher bei der buchung davon wußte, daß die air france eigene regelungen in diesem fall hat, und ob er nicht freundlicherweise bei einem neukunden, der sicher auch öfters mal mit der air france fliegen wird, eine ausnahme machen wolle. die antwort war klar "whuv". es kam aber noch besser: "wissen sie, wenn sie fliegen von brasil nach paris, dann sie aben frei 2x32kg. aber so sie aben frei 20kg". die zeit war reif zu begreifen, daß die wahrscheinlichkeit auf eine kundenbezogene lösung gleich null beträgt. also plan b. plan b. alright. zum ersten mal war der fall eingetreten, daß ich mir nicht ganz so sicher war das flugzeug wirklich von innen zu sehen, bzw. meine bookings wahrnehmen zu können. zwar hätte ich rein rechtlich gesehen in das flugzeug steigen können (nachdem ich zunächst mal 250 € für den hinflug hingeblättert hätte), da in meinen verträgen drinsteht, daß er veranstalter für den fall aufkommt. jedoch sprechen wir hier über brasilien, und dort ist der eintritt schon teuer wenn er mehr als 20 reals (ca. 5,5 € kostet). nachdem wir hier pro booking über ca. 170 € reden (2 x 250 € geteilt durch 3) erschien es mir sinnvoller zunächst mal die frage abzuklären ob ich das geld dann in brasilien auch sicher wiedersehen würde. so sicher war ich mir dann doch nicht. also: booking-bunny verena wurde konsultiert mit der bitte das mit den veranstaltern abzuklären, und zwar schnell, denn in spätestens 20 minuten hätte ich einsteigen müssen. das unhappy end 10 minuten später klingelte mein handy, verena dran (total aufgelöst) mit der message, daß sie nur zwei von drei veranstaltern erreicht hat. die beiden bewegten sich budgetmäßig schon weit im luftleeren raum, weitere kosten würden ihnen das atmen komplett unmöglich machen. der dritte war nicht auffindbar, so blieb mir nichts anderes übrig als die reise und meine gigs abzusagen. klar hätte ich hardcore mit anwalt drohen können, aber ich kann andererseits auch die veranstalter verstehen, daß kosten in diesem rahmen einfach unvorhersehbar sind, und somit auch schwer kalkulierbar. außerdem verfahre ich immer nach dem prinzip möglichst gut mit veranstaltern umzugehen, und ersatzgigs in den betroffenen clubs sind mir da weit lieber als sich wie das arschloch himself hinzustellen und zu sagen "whuv". fazit: die air france hat es geschafft sich einen potentiellen neukunden zu vergraulen, der jetzt keine gelegenheit ausläßt dies entsprechend zu kommunizieren. vorschriften hin oder her, auch die tatsache daß ich vertraglich eigentlich für solche fälle gerüstet bin, es bleibt wie es ist: die france hat sich an diesem abend durch ihre zwei mitarbeiter wie der letzte wichserverein präsentiert, und ich stelle mir die frage ob das beim flug nach sao paulo wohl so weitergegangen wäre. evtl. mit einem sitzplatz auf der tragfläche oder natursekt zum kotsandwich. na ja, ich lasse eurer fantasie freien lauf... |
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