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| Partysan
Bayern, Ausgabe Juli 2010: Türstehen auf englisch, oder: lege dich nicht mit dem DJ an,
wenn Deine geistigen Mittel nicht ausreichend sind!
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| Da
sind wir also, der Loveparade-Monat Juli – endlich wieder
Liebe unter freiem Himmel, und wie schon im Juni angekündigt
hab ich mich aus dem Staub gemacht und die Flucht ergriffen vor
diesem, na ja, wie soll man ihn nennen... "Technoasi"
Wayne, der außer einem fundierten, sicherem und stlisicherem
Musikgeschmack eigentlich nur noch eins zu bieten hat: nichts!
Wer in Sachen Sidorsky und seinem extrem stressigem Leben auf
dem Laufenden bleiben will kann ja Facebook strapazieren, er hat
mittlerweile ne eigene Seite dort wie ich gehört hab. |
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| Ich will
mich in Zukunft an dieser Stelle lieber mit der ein oder anderen
Anekdote beschäftigen, die sich so auf Tour erleben läßt.
Keine Angst, das wird nicht ein weiterer DJ-Gourmetreiseführer
mit Detailangaben wo das Sashimi (oder wie das Zeug heißt) den
ach so gestressten Jetset-DJ-Herrschaften am besten mundet, oder
welcher Kollege mal wieder nicht in die Business upgegradet
wurde auf dem extrem strapaziösen 50 Minuten-Flug von Hamburg
nach München (oder was weiß ich welche sonstige Kurzstrecke),
trotz seiner Reisemappe voller toller Kärtchen, jede davon
prall gefüllt mit Bonusmeilen und Executive-Aufschlägen, deren
Preis letztendlich vom Veranstalter in Form eines höheren
Eintrittspreises an Euch weitergegeben werden muß. Nein, hier
schreibt jemand der sich ab und zu noch immer über ein
Schinken-Käse-Sandwich in der Holzklasse freuen kann, wenn er
Hunger hat. Basta.
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| Gibt`s
nicht? Gibt`s. Und wenn man dann eben nicht vertraglich darauf
bestehen kann, daß einen der Hubschrauber vom Hotel aufs
Clubdach fliegt, oder extra ein Backstageeingang gegraben werden
muß, dann kommt es schon auch mal vor daß man ganz normal
durch den öffentlichen Eingang die Lokalität betritt, so wie
jeder andere Gast auch. An sich auch nix Schlimmes,
vorausgesetzt man wird reingelassen, so wie jeder andere Gast
auch.
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| Da stand
ich dann also am 29. Mai im Eingang des "Egg" in
London, gerade zurück von einem wirklich miesen Abendessen beim
schlechtesten Italiener London`s, wo man das Essen einfach nur
zurückgehen lassen mußte (ja, ich kann auch zicken, wenn ich
will, so wie die Großen...). Im Stechschritt voraus die
Veranstalterin des Abends zusammen mit meiner Bookerin, schwups,
weg waren sie, hindurch durch den Metalldetektor, während ich
am rechten Arm von einem kurz vor der Rente stehenden
supergenervten Türsteher festgehalten wurde, warum ich mich
nicht hinten in der Reihe anstelle. Wie uns DJ`s bekannt ist
macht der Ton die Musik, und daher entgegnete ich freundlich,
aber bestimmt daß ich nicht alleine zum Spaß hier bin sondern
zum Musik machen, und ich mein Setup gerne vervollständigen würde,
sonst wird`s nix mit pünktlich um 2 anfangen.
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| Das
interessierte den Guten überhaupt nicht, ebensowenig kümmerte
er sich dann aber darum daß ich ein paar Schritte weiterging
bis ich auf der anderen Seite des Metalldetektors ein lautes
"Hey Blondy, get yourself to the row!" hörte. „Hey
Blondy!“, was war das bitte? „Das ganze bitte nochmal
freundlich, dann überleg ich es mir vielleicht…“. Das
gefiel ihm nun gar nicht daß da jemand widersprach, und gleich
holte er tief Luft um sich aufzublasen und mir die Frage zu
stellen was ich mir einbilde. Ich, noch relativ gelassen und
gechillt, entgegnete ein weiteres mal daß ich einfach nur der
Veranstalterin und meiner Bookerin zu meinem Arbeitsplatz folgen
will, und ich aus diesem Grund nicht 20 Meter weiter hinten in
der Reihe Platz nehmen könne. Das ist für einen
minderbemittelten englischen Vorstadthooligan, der unter der
Woche von seinem Chef gefickt wird, und dann am Wochenende
endlich auch mal was zu sagen hat, zu viel Information in nur
einem Satz und wohl auch nicht nachvollziehbar, weil Engländer
bekanntlich ja gerne in Schlangen stehen (Ich glaube ein
wesentlicher Grund warum Easyjet trotz zweier voller Flieger mit
insgesamt 400 Leuten auch nur immer zwei Check-In Schalter öffnet,
aber das ist ein anderes Thema...), und er wohl gar nicht
glauben konnte daß das jemand nicht will: in seiner heiligen
Schlange stehen und um Einlaß schmachten!
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| Wie
auch immer, der nächste Kommentar war, ich solle mich „nicht
so aufführen als wäre ich was besseres“, und das einzige was
mir dann, bevor ich echt die Beherrschung verlor, durch den Kopf
schoß war "Hey Arschloch, Du bist der einzige unter allen
hier, der sich gerade aufführt als wäre er was besseres!"
Na ja, um es abzuschließen, reingekommen bin ich ja trotzdem
(auch wenn „Bonie“, der halt leider keine „blondy“ Haare
mehr hatte, natürlich am liebsten gekotzt hätte!), und das
Fremdschämen und Übernehmen eines „Sorry“ für diesen
Muster-Inselaffen von ein paar Gästen, die das mitbekommen
haben, war echt nett, aber der Großteil der Engländer hat ja
Stil, und so wurde dann zum Ausgleich der „Rave“ ausgepackt
als gäb es kein Morgen. Tja, auch so kann`s gehen auf Tour.
Immer mal was Neues. |
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| Also: ärgert
Euch nicht über den nächsten Türsteher, der Euch den Abend
vermiesen will. Er kann aufgrund seiner geistigen Verfassung
vielleicht gar nix dafür! ich für meinen Teil freue mich dann
mal auf den nächsten Bouncer, der`s nicht so hat mit dem
Umgangston. Und jetzt brav bleiben und weiterraven am
Wochenende! Servus… |
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