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| Partysan
Bayern, Ausgabe Februar 2011: Murphy`s
Law auf Techno...
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| Besser spät als nie, und da wir uns im Januar ja nicht gelesen haben wohl auch an dieser Stelle noch gerechtfertigt: Ein frohes neues Jahr, viel Gesundheit, Erfolg, tolle Partys, Weiber, fetter Techno und was sonst noch so alles unters BTM fällt! Ich hoffe Dein Start ins Jahr war besser als meiner, und wenn Du diesen „Murphy“ triffst, dann hau ihm auch von mir nochmal doppelt eine aufs Maul, denn wirklich: was schief gehen konnte am 01.01., das ging auch schief! Aber der Reihe nach…
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| Am ersten Tag des Jahres wird Madrid seit geraumer Zeit zum Epizentrum der elektronischen Musik. Die Spanier lassen es so richtig krachen, und der ganze Spaß geht schon früh los, so gegen Mittag, was wiederum bedeutet daß man als „normaler“ DJ, der mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Gig zu Silvester hat, früh raus muß aus den Federn oder sehr oft, wie in meinem Fall, ebensolche in der Silvesternacht und am Tag darauf gar nicht zu Gesicht bekommt. Der Silvesterabend im Salzburger Rockhouse hätte gar nicht besser sein können, einfach fette Show, einziges Manko eben nur meine notwendigerweise frühe Abreise zum Flughafen München, wo der erste Flug nach Spanien um 07:50 Uhr quasi das Weißwurstfrühstück erschwert um dann bei Tapas den Tag zu beginnen.
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| Daß zum Beruf des kreativ Musikschaffenden eine gehörige Portion Disziplin gehört, ist eine klare Sache. Ärgerlich wird`s wenn man zum angekündigten Check-In Beginn am Iberia-Schalter steht, zusammen mit ca. 180 anderen, die offenbar kein Silvester gefeiert haben, und dieser dann mit erheblicher Verspätung geöffnet wird. Wenn man nicht geschlafen hat, so wie ich, freut man sich über jede Minute Dösen im Flugzeugsitz, aber bei den Spaniern gibt`s nur eines auf das Verlaß ist: die Tatsache daß alles etwas länger dauert und daß Disziplin sehr oft ein Fremdwort ist. Wie auch immer, selbst die Kosten für Übergepäck waren mir vollkommen sch…egal, was hilft`s denn, spielt sich schlecht ohne zwei Midicontroller denn es würde ja aussehen als checke ich Emails auf der Bühne wenn ich da ständig mit den Fingern die Mouse durch die Gegend schiebe. Egal. Etwas verspätet saß ich auf 6F und dachte mir „Schlau, Alex, denn die Sonne geht auf der anderen Seite des Fliegers auf – yeah, du Fuchs!!!“.
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| Ein paar Minutenschläfe später waren wir auch schon in Madrid und ab jetzt sollte ich Bekanntschaft mit Herrn Murphy machen, was mir zum Zeitpunkt des Aufsetzens noch nicht klar war, vor dem Gepäckband dann aber schlagartig. Also der Herr Bau brav zur Gepäckermittlung, und die nette Dame hatte wohl wie alle anderen an diesem Morgen des 01. Januar so gar keinen Bock auf Arbeit. „Ja, ich war schon bei der Sperrgepäckausgabe, nein, da ist es auch nicht…“. Das Telefon klingelt, Moni (Kruse): „Alex, was is los, kommst du nicht raus? Wir und der Fahrer warten nur noch auf Dich hier…“ „Ja, gleich, 5 Minuten…“, wobei ich schon irgendwie wußte daß 15 draus werden. Nach 25 Minuten dann geknickte Neujahrsgrüße quer durch den Shuttle zum Hotel… Madrid. Gepäck weg. Setbeginn in 3,5 Stunden. Sonne, die Frisur sitzt nicht mehr. Orangensaft. Beim Hotel dann raus aus dem Shuttle, schnell ins Zimmer um per Telefon sich ein paar Sachen zusammenzuschnorren um einigermaßen spielen zu können ohne nur Maustasten drücken zu müssen. Vorher aber läßt der Bastard von Shuttlefahrer noch meinen Laptoptrolley elegant von ganz oben im Stauraum hinter der Heckklappe des Kleinbusses auf den Asphalt knallen. „Ja, genau, du Arsch! Damit auch ganz sicher alles im Arsch ist, blöder Penner…“. |
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| Am Ende verbrachte ich die für Schlafen reservierte Zeit damit einen Mixer, Kabel und evtl. noch eine „Maschine“ und wenigstens einen „1d“ zu organisieren, um 13 Uhr stand ich ziemlich „durch“ vor dem Hotel, die Sonne knallte mir in Gesicht, eigentlich was geiles, aber nicht wenn man nach so einer Nacht die Sonnenbrille im Auto hat liegen lassen. Der Fahrer erwartungsgemäß zu spät (mein Tourbook vom November holt mich einfach immer wieder ein…)., und so blieben mir am Ende 25 Minuten fürs Setup ohne zu wissen was nun da ist und was nicht. Am Ende waren zumindest ein Mixer und ein paar Cinch-Kabel für mich aufzutreiben, Chris (Liebing) war ja noch in Barcelona, also die letzte Option auf Equipment ausleihen auch noch weg! Na ja, irgendwie habe ich es geschafft Punkt 14:30 die ersten eigenen Töne in die Halle zu blasen, die sich dann irgendwie auch füllte, wenn auch nicht bis zum Anschlag. Da stand ich also Email-checkend auf der Bühne, total frustriert daß ich nicht da weitermachen konnte, wo ich ein paar Stunden zuvor in Salzburg aufgehört hatte. Danke, Murphy, du Arsch! War letztendlich aber doch ganz cool, denn wenn sie auch teilweise keine Disziplin haben, die Spanier, feiern können sie, was wohl vielleicht auch daran liegt daß da Disziplin eher hinderlich ist. Trotzdem, nach dem Gig war der Akku leer, und gleich nach dem Eintreffen im Hotel fiel ich rückwärts ins Bett. Doch das sollte es noch nicht gewesen sein. Noch lange nicht… |
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| Kurz nach 18 Uhr klingelt mein Handy, Chris` Manager Michi dran „Ey Alex, sag mal, würdest Du uns deine beiden 1d und deine Maschine leihen?“ „Klar würde ich das Michi, kein Thema, aber dazu müßte ich sie selbst haben…“ „Ne, is jetzt nicht wahr, oder?“ „Tja, Michi was soll ich sagen…“ „Ok, bis dann im Hotel“. Um 20:30 dann saß ich dann wieder im Shuttle zum Festival mit Chris und Michi, weder sein noch mein Gepäck da, und so verbrachten wir die 30 Minuten im Auto mit Anekdoten von Airline-Mitarbeitern die einem erzählen, daß Gepäck nie ohne den Fluggast unterwegs ist und so… Ja ja, und seit wann arbeiten sie nun schon am Flughafen? Chris blieb dann auch keine Alternative als es so zu machen wie ich, und während er Emails auf der Bühne checkte nutzte ich die temporäre Frische nach 3h Schlaf um mir mal das Festival anzusehen, lehnte ne fette Line „Puderzucker“ dankend ab, gab ein Autogramm als Richie Hawtin für einen Spanier der dann komplett aus dem Häuschen war und schließlich klingelte um 23 Uhr mein Handy erneut „Guten Tag Senior Bau, sie vermissen ihr Gepäck noch immer?“ „Ja, das tue ich“ „Aha, es ist noch in München!“ (Wieso fragst Du dann ob ich es vermisse, Du F….???) „Ah ja, das ist ja schön.“ „Ich habe gesehen, sie fliegen morgen früh um 08:55 wieder zurück nach München, ich bin jetzt nicht sicher, sollen wir es denn dann morgen früh überhaupt noch nach Madrid schicken?“ Mein Blick nach dieser Frage sah ungefähr so aus: %§&?§%&“/($%§?????. „Na ja, überlegen Sie selbst mal was denn wohl Sinn macht!“ Kurzes Schweigen am Telefon, dann die Erleuchtung: „Gut, dann lassen wir es besser in München und sie holen es dann morgen nach ihrer Ankunft ab, ok?“. Wie ich erkannte waren die Übergepäckkosten für mein nicht zugestelltes Gepäck in kompetente Mitarbeiter investiert worden. Um 1 Uhr saß die CLR Truppe dann wieder im Shuttle zum Hotel, und während Michi sich tierisch über sein Mobiltelefon und Probleme mit dem Provider aufregte warf Chris lapidar ein, daß er doch einfach sein Fenster herunterkurbeln und das Telefon hinauswerfen solle. „Soll ich echt? Alex, Du bist mein Zeuge, ich mach was mein Chef mir sagt…“ 2 Sekunden später durchfuhr ein Luftzug den Innenraum des Autos, der Rest ist Geschichte… |
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